Chronik des Sportclub Schollbrunn 1949 e.V.

Bereits vor der Verkündigung des Grundgesetzes (Verfassung) für die Bundesrepublik Deutschland wurden in dem Spessartdorf Schollbrunn sportliche Weichen neu gestellt.
Im Februar 1949 waren es 38 Bürger, die die beiden Volksschullehrer Wilhelm Wiesmann und Kotziba  von der Aufnahme sportlicher Aktivitäten überzeugen konnten. Diese wurden von Willi Benz,  in den Verein als aktive Mitglieder aufgenommen. Die Aufnahmegebühr betrug für Jugendliche 1 DM für Erwachsene 2,50 DM.
In einer Zeitungsausgabe vom 9. Februar 1949 erschien folgende Meldung: „Die beiden Lehrer unseres Ortes forderten die Jungend auf, einen Fußballverein zu gründen. Sofort fanden sich 36 Sportbegeisterte dem Verein beizutreten. Zum ersten Vorstand wurde Richard Klett gewählt, zum zweiten Richard Klein. Weiter wurden in den Vorstand berufen: Kurt Leimeister, Karl Pfenning, Walter Hauswald, Heinz Roos, August Ebert und Karl Mohr. Bürgermeister Leimeister brachte seine Freude über die Gründung des Fußballvereins  zum Ausdruck und ermahnte die Sportler zur Einigkeit. Der in Aussicht gestellte Sportplatz soll so bald wie möglich eingeweiht werden“.
Neben der Sparte Fußball wurden als weitere sportliche Betätigungen Tischtennis und Turnen gewählt. Für diese Sparten bestanden im Saale des Gasthauses „Grüner Baum“ (Benz) sofort Übungsmöglichkeiten. Beim Fußball fehlte ein geeigneter Sportplatz. Das Fußballspiel wurde auf einer Waldschneise von 25 Meter Breite, zwischen Gemeinde- und Staatswald am heutigen Wildpark, versucht zu erlernen.

Der erste Sportplatz am „Wütheckle“, eine Ödungsfläche aus Steinbruchslöchern, Abraumhalden und Gebüsch, bei dessen Bau 1950 Stein- und Stocksprengungen vorgenommen wurden, war zunächst einer Steinwüste. Mit  einer alten Planierraupe gelang es den Platz etwas einzuebnen Unter Aufsicht ihres Lehrers dürften die Schüler der Oberklassen bei den Turnstunden sich zum Fußballspiel zunächst mit ablesen von Steinen vom Platz aufwärmen.  Die älteren Vereinsmitglieder leisteten viele freiwillige Arbeitsstunden um den Platz für den Fußball bespielbar zu machen.

1952 übernahm Karl Mohr den Verein als Vorstand. Eine Fußball- Jugendmannschaft nahm 1953 erstmals den Spielbetrieb auf. Abteilungs- und Trainingsleiter war Heinz Roos, Betreuer Karl Pfenning und Spielführer Walter Heim, der auch als bester Spieler galt. Eine Seniorenmannschaft brachte man nicht auf die Beine, weil das Spielermaterial fehlte. Die Jugendmannschaft löste sich wieder auf, die talentierten Jugendlichen schlossen sich Nachbarvereinen an.

Schwer tat sich die Sparte Turnen. Mangels geeigneter Räumlichkeiten ging so gut wie nichts zusammen. Beim Tischtennis wurden die ersten Spielversuche auf der Tischtennisplatte, die August Ebert fertigte, in der Scheune des Hofes Kling gemacht. Das Training wurde danach in den neuen Betrieb von Josef Breitenbach verlegt. Auftrieb bekam diese Sportart, als Gastwirt Karl Benz seinen Saal für den Trainings- und Spielbetrieb zur Verfügung stellte.

In dem 1953 aufgenommenen Verbandsspielbetrieb war Walter Heim der beste Einzelspieler. Er bildete mit Hubert Breitenbach ein sehr erfolgreiches Doppelpaar. Abwechselnd wurde der Spielbetrieb in den Sälen der Gasthäuser „Grüner Baum“ und „Sonne“ getätigt. Zeitweise spielten sogar zwei Mannschaften in Verbandsrunden.

1962 beendeten Karl und Rudi Fries die Zeit ohne Vereinsführung (ab 1961). Das Fußballspiel wurde in geordnete Bahnen gelenkt und eine Mannschaft zu den Verbandsspielen gemeldet. Als 1. Vorstand stellte sich Martin Fleischmann zur Verfügung. Die Vorstandschaft bildeten: Alfred Busch, Willi Hubert, Ludwig und Wilhelm Wiesmann sowie Kassier Walter Hauswald. Das erste Verbandspiels gegen TV Trennfurt wurde mit 10:1 verloren. Dies war zwar eine Demütigung aber auch Ansporn. Weitermachen mit Fußball war höchstes Gebot.

Heinz Roos, Vorstand ab 1965, hatte sich vor allem der Jugendarbeit verschrieben. Vier Mannschaften (Schüler, Jugend und Senioren) nahmen am Verbandsspielbetrieb teil.

1967 entstand eine Freundschaft mit dem SV Schollbrunn im Odenwald.

1968 installierte man ein Flutlicht an einem Holzmast, um die Trainingsmöglichkeiten zu verbessern. Im Zuge des Flurbereinigungsverfahrens wurde dem SC eine größere Fläche zur Erweiterung des Sportplatzes und der bereits geplanten Sporthalle von der Gemeinde zur Verfügung gestellt und in Erbpacht überlassen.

1971 wurde mit dem Bau der Sporthalle begonnen. Mit sehr viel Eigenleistung wurde diese erstellt und mit einem großen Fest vom 31. August bis 2. September 1973 eingeweiht. Die Sporthalle, bei deren Bau freiwillige Helfer tausende an Arbeitsstunden leisteten, bietet die Möglichkeiten sportliche, kulturelle und festliche Veranstaltungen abzuhalten. Die Gemeinde Schollbrunn und der Landkreis Main-Spessart förderten das Projekt mit Geldzuschüssen.

1971 wurde unter Leitung von Margrit Klett Turnen und Gymnastik der Damen ins Leben gerufen. 1973 kamen noch Kinder- und Hausfrauenturnen hinzu. Nach krankheitsbedingtem Rücktritt von Heinz Roos als 1. Vorstand, übernahm 1975 Winfried Klett dieses Amt. Im Fußball trug die hervorragende Jugendarbeit Früchte. Engagierte Trainer und Betreuer wie Willi Heim und Isidor Kohlroß führten die Schüler- und Jugendmannschaften zu Meisterehren in ihren Klassen. Die durch den Hallenbau arg strapazierten Vereinsfinanzen hatten sich 1978 wieder soweit er holt, dass die Sanierung des Sportplatzes in Angriff genommen wurde. Von einem Rasenplatz konnte bei dem zur Verfügung stehenden Spielfeld keine Rede sein, außerdem entsprachen die Maße nicht den Bestimmungen.

Unter dem 1. Vorsitzenden Manfred Haas, dieser hatte das Amt 1977 übernommen, wurden nicht nur weitere Baumaßnahmen an der Sporthalle durchgeführt, auch die Sportplatzsanierung hatte für ihn oberste Priorität. Um den Spielbetrieb nicht zu unterbrechen hatte damals Bürgermeister Peter Knobeloch eine geniale Idee. Im Rahmen des Naturparks Spessart wurden Freizeiteinrichtungen gefördert. Mit der Ausweisung des Geländes zwischen Katholischer Kirche und Sportgelände als Bolzplatz wurde ein zweites Spielfeld geschaffen, zugänglich für Jedermann. Hierfür wurden erhebliche Fördermittel gewährt, so dass der SC keine größeren Ausgaben hatte. Kettenraupen und Grader waren im Einsatz um den Hauptplatz zu verbreitern. Dies geschah durch Abtrag von Fels auf der Bergseite. Eintausend Kubikmeter Mutterboden aus Baugruben in Marktheidenfeld wurden angefahren und als Oberschicht aufgetragen. Dadurch wurde das Verletzungsrisiko für die Spieler erheblich gemindert. Die Sportanlage wurde von Vertretern des Bayerischen Fußballverbandes als vorbildlich eingestuft. Mit einem viertägigen Fest wurde der sanierte Sportplatz mit Rasenbelag im Juni 1983seinen Bestimmungen übergeben.

Bei der Sparte Tischtennis, die 1971 nach 10 Jahren Selbständigkeit, wieder in den SC eingegliedert wurde, bestanden chronische Nachwuchssorgen. Das Gerüst der 1. Mannschaft mit Walter Heim, Hubert und Theo Breitenbach sowie Gottfried Ebert, der lange Jahre als Abteilungsleiter fungierte, war mit Sicherheit die älteste Mannschaft, die an Verbandsrunden teilnahm. 1981 übernahm Peter Seifert diese Sparte und konnte wieder einige Jugendliche für diese Sportart begeistern, die in Jungen- und Mädchenmannschaften um Punkte kämpften.

Mit Meisterschaft und Aufstieg der 1. Fußballmannschaft in die B-Klasse 1984, konnte der SC den bisher größten Erfolg feiern. Leider konnte sich die Mannschaft in dieser Klasse nicht etablieren. 1989 übernahm Werner Fleischmann das Amt des 1. Vorsitzenden. Der Wiederaufstieg in die B-Klasse wurde aber erst wieder in der Spielrunde 1996/97 geschafft. Im Jugendfußball wurde die E-Jugend 1990 Meister. Bei der A-Jugend war dies 1995   in der Spielgemeinschaft Altfeld / Schollbrunn der Fall. Auf dem Trainingsplatz wurde eine neue Flutlichtanlage installiert.

Außer Fußball und Tischtennis ist Gymnastik das dritte Standbein des Sport-Clubs Schollbrunn. Das Hausfrauenturnen ist eine feste Institution im Verein seit 1973. Mit Gaby Knobeloch als Leiterin seit 1981, wurde bei nahezu allen Veranstaltungen die Kaffeebar und manchen mehr, in eigener Regie bewirtschaftet. Diese Gruppe erwarb sich einen hohen Stellenwert im Vereinsleben. Die 1992 ins Leben gerufene Männergymnastik erfreut sich ebenfalls regen Zuspruches. Ihr Leiter Manfred Haas versteht es ausgezeichnet auch gesellige Zusammenkünfte zu organisieren. Nach dreijähriger Pause stellte er sich 1992 wieder als 1. Vorsitzender zur Verfügung. Bei seinem Abgang in der Jahresversammlung im April 1995 konnte er trotz hoher Investitionen geordnete finanzielle Verhältnisse vorweisen. Unter seiner Regie wurde die Stromversorgung für das gesamte Sportgelände erneuert. Erstmalig in der Vereinsgeschichte konnte in dieser Versammlung kein Nachfolger für das Amt des 1. Vorsitzenden gefunden werden. Bei der erforderlichen Versammlung vier Wochen später,

übernahm Reinhold Müller die Vereinsführung als 1.Vorstand.. Ein Höhepunkt in der Vereinsgeschichte war der Auftritt der Uwe Seeler Traditionself gegen die mit Auswahlspielern verstärkte Mannschaft des SC. In den großen Ferien 1990 beginnt die Fußballschule Südhessen, unter der Leitung des Bundesligatrainers Lothar Buchmann mit der Ausbildung talentierter Jugendlicher auf dem SC Sportgelände.

2001 wurde Konrad Eich zum 1. Vorstand gewählt. Ihm fiel die Aufgabe zu die Sporthalle zu sanieren. In der Jahresversammlung im März 2007 wurde im Jahresrückblick festgestellt, dass sowohl sportlich wie auch wirtschaftlich alles gepasst hat. Die 1. Mannschaft des SC schaffte den Aufstieg in die Bezirksliga, die Sanierung der Sporthalle war abgeschlossen. Die Kosten wurden mit 282.000 Euro angegeben. In der Planung waren 361.000 Euro veranschlagt. Konrad Eich gab das Amt des 1. Vorsitzenden an Markus Rosentha ab.

Am Jahresende 2007 war mit der Aufnahme von 70 Neumitgliedern ein Rekordzuwachs des Mitgliederstandes zu verzeichnen. Auch die sportlichen Aktivitäten hatten sich erhöht. Als neue Gruppen wurden eine Show-Tanz Gruppe, Kinderturnen und eine Gymnastik Gruppe „Bauch-Beine-Po“ für junge Damen ins Leben gerufen.

Im 60. Jubiläumsjahr 2009 war die Meisterschaft der 1. Fußballmannschaft in der Bezirksliga die absolute Krönung in der Vereinsgeschichte. Mit dem Aufstieg in die Bezirksoberliga vertrat der SC mit zwei weiteren Mannschaften den Landkreises Main-Spessart in dieser Klasse und hatte damit sämtliche 4 Städte im Landkreis übertroffen.

Die sportlichen Höhepunkte im Überblick:

  • 1969 Meisterschaft  der Fußball-Schülermannschaft
  • 1975 Meisterschaft der Fußball-Jugendmannschat und Aufstieg in die Sonderklasse Würzburg
  • 1970 Erster Pokalsieg  der 1. Fußballmannschaft in Röttbach
  • 1971 Sieg der Pokalturniere in Bischbrunn und Altfeld
  • 1974 Vize-Meisterschaft der 1. Fußballmannschaft nach Entscheidungsspiel gegen Altfeld
  • 1975 Meisterschaft  der Fußball-Jugendmannschaft in der Kreisklasse Würzburg
  • 1981 Meisterschaft der 1. Fußballmannschaft und Aufstieg in die B-Klasse
  • 1984 Wiederaufstieg der 1. Fußballmannschaft in die B-Klasse (nach Abstieg 1983)
  • 1985 Tischtennis-Jugendmannschaft (männlich) gewinnt den Kreispokal
  • 1986 Frank Breitenbach wird Jugend-Kreismeister im Tischtennis, ebenso im Doppel mit Partner Stefan Kohlroß
  • 1987 Katja Weber gewinnt Jugend-Kreismeisterschaft im Tischtennis
  • 1990 Meisterschaft der Fußball E-Jugend
  • 1994 Sabine Rohmann gewinnt die Bezirksmeisterschaft im Tischtennis
  • 2000 Meisterschaft der 1. Fußballmannschaft in der Kreisklasse Lohr und Aufstieg in die Kreisliga Main-Spessart
  • 2004 Meisterschaft und Wiederaufstieg der 1. Fußballmannschaft in die Kreisliga, Meisterschaft der Fußball-Reservemannschaft und Meisterschaft der Tischtennis-Damenmannschaft
  • 2006 Meisterschaft der 1. Fußballmannschaft und Aufstieg in die Bezirksliga
  • 2009 Meisterschaft der 1. Fußballmannschaft und Aufstieg in die Bezirksoberliga
  • 2009 Meisterschaft der U17-Fußballmannschaft in der Gruppe Lohr/Marktheidenf.
  • 2013 Meisterschaft der 2. Fußballmannschaft und Aufstieg in die Kreisklasse
  • 2013 Meisterschaft der U13-Fußballmannschaft (SG Alt­feld/Scholl­brunn) in der Grup­pe Würz­burg/Main-Spess­art